Aktualisierung:
31.03.2019

Kanji HONSHINKAN

Mitglied im Landessportbund NRW

Nordrhein-Westfalen
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Bushido

Budo und der Geist des Bushido

Vor dem Hintergrund westlicher Gesellschaftsprägungen zeitgemäß?

Der Kodex des “Bushido” in Verbindung mit Übungen über den Weg des Unbewussten sind wesentliche Bestandteile des Budo. Der Erziehung eines “rechten Verhaltens” wird daher im Budo ein hoher Stellenwert eingeräumt. Der Bushido lässt sich auf einige Punkte und Aspekte konzentrieren, die durch Einflüsse des Shintoismus, des Zen-Buddhismus sowie des Konfuzianismus entstanden sind:

  • die rechte Entscheidung aus der Ruhe des Geistes, die Haltung, die Wahrheit.
  • Tapferkeit und Beherztheit
  • die universale Liebe, das Wohlwollen gegenüber der Menschheit
  • das rechte Verhalten - ein ganz grundlegender Punkt -
  • vollkommene Aufrichtigkeit
  • Würde und Leumund
  • Hingabe und Loyalität
  • Weitere Aspekte:
    • Besänftigung der Gefühle
    • Gelassenheit gegenüber dem Unvermeidlichen
    • Selbstbeherrschung gegenüber jedwedem Ereignis
    • reine Armut (-rein- im Sinne von Sauberkeit)
    • tiefere Vertrautheit mit dem Gedanken des Todes als dem des Lebens
      (z. B. gegenüber dem 2. Aspekt)

Das Geheimnis des Budo liegt deshalb in seiner moralischen Auffassung. Das 21. Jahrhundert ist zwar eine andere Zeit und Welt, als jene, in der Budo und dessen mentale Prägung, der Bushido, entstanden sind.

Manches mag vielleicht heute ‘nicht mehr zeitgemäß‘ wirken oder befremdend erscheinen, dennoch könnte nach einigen Gedankengängen das Resümee gezogen werden, dass der Bushido vor dem Hintergrund unseres globalisierten Informationszeitalters mit seinen vielfältigen Auswirkungen sehr wohl und vielleicht auch gerade deshalb noch/wieder zeitgemäß ist.

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Das Duell der Meister

Ein junger japanischer Kämpfer kam nach Europa und reiste in vielen Städten herum, um Judo zu zeigen und den Kodokan-Stil zu verbreiten. Er besuchte auch einen Kämpfer, der in seinem Lande zu den besten zählte, und kämpfte — an verschiedenen Tagen — dreimal mit ihm.

Kurz vor seiner Abreise nach Japan wurde er gefragt, wie er wohl mit dem europäischen Spitzenkämpfer ausgekommen sei.

Der Japaner antwortete:

“Das erste Mal, da kämpfte ich unerschrocken und ging voll aus mir heraus, weil ich den fremden Kämpfer noch nicht kannte.

Bei der zweiten Begegnung, nachdem wir zusammen gegessen hatten und wir uns schon etwas näher kennenlernten, habe ich mich nicht mehr angestrengt.

Das dritte Mal, als wir zuvor sogar schwimmen waren und ich ihn als Freund gewinnen konnte, kam es mir gar nicht mehr darauf an, ihn zu besiegen. Ich kämpfte locker und verspielt.“

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Als der Europäer daraufhin unabhängig ebenfalls nach diesen drei Kämpfen gefragt wurde, sagte er:

“Das erste Mal konnte ich überhaupt nichts bei ihm ausrichten. Ich bin sehr oft gefallen, ohne auch nur die geringste Chance zum Wurf zu haben.

Beim zweiten Mal hatte ich mich schon etwas mehr eingestellt und es fiel dem Japaner schon schwerer, mich zu besiegen.

Beim dritten Kampf glückte es mir fast, unter großer Anstrengung auch ihn einmal zu werfen.“

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