Aktualisierung:
31.03.2019

Kanji HONSHINKAN

Mitglied im Landessportbund NRW

Nordrhein-Westfalen
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Häufig gestellte Fragen

FAQ
Kurzinfo für Interessenten

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,

wir freuen uns, dass Sie zu uns gefunden haben. Ebenso würden wir uns freuen, sollten Sie sich für ein Probetraining entscheiden. Nachvollziehen durch Zuschauen ist eine Möglichkeit, Erfahrung durch körperliche Empfindung eine weitere. Die Teilnahme an einem Probetraining ist kostenlos, unverbindlich und eine allgemeine, leichte Sportkleidung reicht zunächst dafür aus.

Um die eine oder andere aufkommende Frage auch schon im Vorfeld beantworten zu können, haben wir für Sie diese Kurzinformation zusammengestellt. Sie basiert auf der Sportordnung des HONSHINKAN e.V. und gilt ausschließlich für den internen Unterrichts- und Sportbetrieb. Die Ordnungen der jeweiligen Fachverbände bleiben davon unberührt. In dieser Kurzinfo werden alle Positionen in der männlichen Form angeführt; die weibliche Form gilt damit ebenfalls als erfasst.

Inhalt:


Unsere Ausbildungsinhaltenach oben

Unsere Ausbildung beinhaltet derzeit Ju Jutsu, Kobudo sowie Budosophie.

Ju Jutsu ist eine 1969 in Deutschland durch Kampfsportler verschiedener Systeme gegründete Selbstverteidigungskunst, die sich durch Prinzipien wie Schützen, Helfen, Sichern und Verhindern auszeichnet. Ju Jutsu ist in vielen staatlichen Vollzugsdiensten wie Polizei, Justiz und Bundesgrenzschutz Ausbildungsfach. Obwohl Ju Jutsu ein eigenständiges Selbstverteidigungs(SV)-System ist, vereinigt es Grundbewegungselemente des Judo, Karate und Aikido.

Kobudo bedeutet alte, aber auch geringe Kampfkunst. Sie entstand zur Zeit des ausgehenden Mittelalters auf Okinawa sowie in Japan, als es der Zivilbevölkerung strengstens verboten war, konventionelle Waffen zu tragen. Um sich dennoch gegen Übergriffe wehren zu können, wurden unterschiedlichste Gebrauchsgegenstände der Bauern, des Handwerk und der Bettelmönche verwendet. Im Laufe der Zeit wurde Kobudo schließlich, neben der Selbstverteidigung ohne Waffen, Bestandteil der Ausbildung zum Kampfkunstmeister. Darüber hinaus wird es heute ebenso von vielen Kampfsportlern verschiedener Disziplinen wie Karate, Ju Jutsu, Judo oder Aikido als geeignete Ergänzung genutzt, um durch die Motoriken mit externen, körperfremden Einsatzmitteln das Verständnis für die eigene, waffenlose Stilrichtung zu erweitern.

Budosophie befasst sich mit der Philosophie des Budo sowie der Zen-Meditation und deren praktischer Umsetzung. Die Reduzierung des Budo auf den Sport/Leistungssport entstand erst im 20. Jahrhundert. In der Folge trat ein zunehmender Verlust wesentlicher Ausbildungsbestandteile im Budo ein. Es entwickelte sich eine um sich greifende Erfolgsorientierung innerhalb eines Geschicklichkeitswettbewerbs. Im Wesens des modernen Budo (Gendai-Budo) geht es jedoch nicht um einen äußeren, physischen Wettstreit bzw. Kampf mit anderen Menschen, sondern vielmehr um den Kampf mit sich selbst und die Überwindung eigener Unzulänglichkeiten, um Frieden bei und Meisterschaft über sich selbst zu erlangen.


Zum allgemeinen Verständnisnach oben

Der Raum, in dem japanische Kampfkünste (Budo) ausgeübt werden, wird als Dojo bezeichnet. Auch wenn heutzutage dazu meist eine Sporthalle genutzt wird, handelt es sich dennoch um ein Dojo, in dem ein entsprechender Geist und spezifische Regeln respektiert werden sollten.
Für den Laien, der zum ersten Mal mit den Budo-“Sportarten“ in Berührung kommt, mögen die Trainingsumstände, der Umgang miteinander, aber auch gegenüber dem Dojoleiter (Sensei), wegen der ausgeprägten Hierarchie, der strengen Disziplin zunächst ungewohnt und gegenüber modernen, sportlichen Körperbetätigungen fremdartig, ja manchmal überholt wirken.
Doch werden Sinn und Zweck dieser strengen Verhaltensnormen unter dem Aspekt plausibel, dass verletzungsträchtige oder gar lebensgefährliche Techniken praktiziert werden. Um Fremd- und Eigenverletzungen zu vermeiden, bedarf es eines hohen Verantwortungsgefühls und Respekts vor den Mitmenschen.


Wer sind die Lehr- und Unterrichtskräfte?nach oben

Der Sensei (Sportdirektor, Dojo-Leiter): Im engeren Sinn bedeutet die Bezeichnung Sensei „Lehrer des Weges“. Der Sensei ist im HONSHINKAN gleichzeitig der Leiter aller Dojo des Vereins (Kancho) und der erfahrenste Lehrer. In seiner Verantwortung liegt sowohl die technische als auch die ideelle Ausbildung der gesamten Weglehre des Budosports im Sinne des Vereinszwecks.

Der Sempai (Sportreferent, stellvertretender Dojo-Leiter): Der Sempai ist im HONSHINKAN engster Schüler und Vertrauter des Sensei sowie dessen Stellvertreter (Dojo Cho). Er unterstützt den Sensei in allen Belangen seiner Aufgaben und vertritt ihn bei dessen Abwesenheit in allen Zuständigkeiten.

Die Kohai (sportliche Trainer): Die Kohai sind weitere durch den Sensei eingesetzte Lehrkräfte des Dojo. Ihr Aufgabengebiet umfasst die körperlich-technische Ausbildung der Unterrichtsteilnehmer.

Die Joshu (Assistenten, Gruppenhelfer): Die Joshu werden durch den Sensei zur Unterstützung der Lehrkräfte eingesetzt.


Anmerkung:
Bei den Bezeichnungen der Lehr- und Unterrichtskräfte handelt es sich lediglich Funktionsbezeichnungen, die sich an die Struktur des japanischen Budo anlehnen. Es handelt sich dabei weder um Titel, die sich aus Graduierungen ergeben, noch um Ehrentitel nach dem „Dai-Nippon Butoku-Kai“  bzw. der „IMAF“.
Dai-Nippon Butoku-Kai:
„Großjapanische Vereinigung zur Förderung der Kampfkünste“, gegründet 1895 in Kyoto
IMAF:
„International Martial Arts Federation“; jap.: „Kokusai Budoin“/„Kokusai Budorenmei“; Nachfolgeorganisation des „Dai-Nippon Butoku-Kai“; 1952 durch Stiftung des japanischen Kaiserhauses gegründet.


Welche persönlichen und hygienischen Voraussetzungen gelten für das Training?nach oben

  • Es wird barfuß trainiert. Fußbekleidung ist nur nach begründeten, gesundheitlichen Ausnahmen zulässig. Ein ärztliches Attest kann eingefordert werden.
  • Vor dem Unterricht sind die Füße zu waschen.
  • Die Finger- und Fußnägel sind kurz geschnitten zu halten.
  • Es dürfen keine Gegenstände getragen werden, bei denen eine Gefahr der Eigen- oder Fremdverletzung bestehen könnte, darunter fallen z. B. Klammern, Knöpfe, Kettchen Halsketten, Ringe, Ohrringe, Stecker sowie Piercing.
  • In besonderen Ausnahmefällen kann der Sensei gestatten, dass nicht kurzfristig entfernbare Ohrringe, Stecker oder Piercinggegenstände verdeckt bzw. abgeklebt werden können. Die Art und Weise der Verdeckung bzw. Verklebung muss gewährleisten, dass durch das weitere Tragen der Gegenstände Eigen- oder Fremdverletzungen ausgeschlossen werden.
  • Sportbrillen oder Kontaktlinsen können auf eigene Gefahr getragen werden.
  • Lange Haare müssen mit einem weichen Material (Haarband o.ä.) zusammengebunden werden.


Wie verhalte ich mich beim Training?nach oben

     Vorbereitung

  • Im Umkleideraum wechseln die Teilnehmer die Kleidung mit zwischenzeitlicher Reinigung des Körpers, insbesondere der Füße.
  • Nach dem Umkleiden begibt man sich mittels Fußbekleidung ins Dojo.
  • Kein Alkohol oder bewusstseinsverändernde Mittel vor dem Unterricht!

     Betreten und Verlassen des Dojo

  • Bei Eintritt ruhige, leichte Verneigung im Stand zur gegenüberliegenden Seite
  • Betreten der Unterrichtsfläche ausschließlich barfuß

     Verhalten während des Unterrichts

  • Betreten oder Verlassen der Übungsfläche ausschließlich mit Erlaubnis des Lehrers
  • Vor Beginn und am Schluss einer gemeinsamen Übung verneigt man sich als Zeichen gegenseitiger Achtung vor einem Übungspartner. Der Übungspartner erwidert den Gruß entsprechend.
  • Einer Aufforderung als Übungspartner ist generell zu Folge zu leisten. Eine Ablehnung gilt als grobe Unsportlichkeit und Unhöflichkeit.
  • Essen, Trinken, Kaugummi o. ä. ist grundsätzlich nicht gestattet. Erforderlichenfalls werden Ess- und Trinkpausen eingerichtet.
  • Wer zu spät kommt, wartet am Rand der Übungsfläche bis durch den Lehrer zur Teilnahme aufgefordert wird. Danach erfolgt am Rand der Übungsfläche ein allgemeiner Gruß im Stehen zur Lehrerseite, man geht anschließend zur Lehrkraft und teilt den Grund des verspäteten Kommens mit.
  • Ein Verlassen des Dojo während des Unterrichts gilt als unhöflich. Ist es dennoch unumgänglich, geht man zur Lehrkraft, verneigt sich und teilt den Grund des Verlassens mit. Danach erfolgt am Rand der Übungsfläche nochmals ein allgemeiner Gruß im Stehen. Bei der Rückkehr erfolgt eine ebenso korrekte Rückmeldung.


Wie bin ich vor Unterrichtsstörungen geschützt?nach oben

Nach unserer Erfahrung finden in einem Dojo aufgrund der besonderen Etikette und Verhaltensregeln eher selten Unterrichtsstörungen weder von innen noch von außen statt. Hinsichtlich der Rechtssicherheit sei dennoch erwähnt, dass die Lehr- und Unterrichtskräfte des HONSHINKAN e.V. in Vertretung das Hausrecht ausüben. Bei Zuwiderhandlungen gegen Weisungen oder Verstößen gegen die Sportordnung sind sie berechtigt, Ordnungsmaßnahmen wie Ermahnungen, Verwarnungen, Abbruch der Unterrichtsteilnahme, befristete Unterrichts-/Trainingssperren oder auch Platz- bzw. Hausverweise zu auszusprechen.


Was ist, wenn das Training einmal ausfällt oder ich selbst nicht am Training teilnehmen kann?nach oben

Jedem können selbstverständlich wichtige Termine dazwischenkommen, auch unseren Lehrkräften, die sich wie in vielen Vereinen in ihrer Freizeit für den Unterricht zur Verfügung stellen. In den meisten Fällen wird dann der Unterricht von einer Vertretung gestaltet. Dennoch kann in seltenen Fällen einmal das Training ausfallen, weil keine Vertretung erreichbar ist oder die Trainingsstätte zu anderen Zwecken seitens der Schule oder der Stadtverwaltung genutzt wird.

Für diese Fälle versuchen wir möglichst zeitnah unsere Trainingsteilnehmer darüber per E-Mail zu unterrichten. In seltenen Fällen kann es leider auch vorkommen, dass die Benachrichtigung einer Hallenschließung oder Ausfall einer Lehrkraft plötzlich erst am Trainingstag erfolgt. Um unnötigen Aufwand zu ersparen, bitten wir deshalb unsere Mitglieder, vor dem Training noch einmal E-Mails abzurufen.

Bereits bei der Trainingsvorbereitung versuchen unsere Lehrkräfte jeden Trainingsteilnehmer individuell zu berücksichtigen und einzubeziehen. Deshalb erwarten wir fairerweise, falls die Teilnahme nicht möglich ist, uns eine kurze formlose Nachricht per E-Mail oder über die Kontaktseite zukommen zu lassen.


Worauf muss ich bei der Anschaffung der Trainingskleidung achten?nach oben

Kampfsportanzug, allgemein                                               Produktbeispiele

  • Farbe: grundsätzlich weiß
  • Schnitt: kompletter Schnitt
  • Material/Dichte/Qualität: mind. 10 oz (340 g/m²)
  • Keine unterschiedlichen Schnittteile
    (z.B. Kombination von Karatejacke und Judohose).
  • Kein Marketing/Placement
    (z.B. serienmäßig von Herstellern angebrachten Biesen an Schultern, Ärmeln oder Hosenbeinen oder auffälligen Herstellerkennzeichen. Ausnahmefälle können durch den Sensei unter Anlegung eines engen Maßstabes im Einzelfall zugelassen werden.)

Trainingsjacke

  • Beidseitige Schnürung
  • Jackenlänge: Oberschenkelhöhe
  • Ärmellänge: mind. halber Unterarm, jedoch nicht über das Handgelenk
  • Ausschließlich weibliche Teilnehmer: unter der Jacke weißes T-Shirt oder Sporttop.

Trainingshose

  • traditioneller Schnürbund (kein Stretchbund)
  • durchgängiger Stoff
  • keine separaten Verstärkungsschichten (z.B. Kniebereich)
  • Länge: mind. halbe Schienbeinhöhe jedoch nicht über die Knöchel hinaus
  • Gürtel
  • Länge: 2x um die Taille / Gürtelenden nach Verknotung auf jeder Seite mind. 15 cm lang
  • Gürtelfarbe: Anfänger – weiß / Schüler, Meister, Lehrer - schwarz
  • Keine individuellen Bestickungen

Fußbekleidung

  • Für den Weg vom Umkleideraum in den Trainingsraum (Dojo):
    traditionelle Reisstrohslipper (Zori).
  • Fußbett aus Reisstroh oder Bambus
  • Zwei Riemen (meist über dem Spann gekreuzt)
  • Übergangsweise für Anfänger: Badesandalen in gedeckter Farbe


Was ist, wenn ich schon bereits einen farbigen Gürtel in einer Kampfsportart besitze?nach oben

Im Rahmen unserer Ausbildung ist für weniger wichtig, was jemand ist, sondern was und wie jemand etwas macht. Deshalb werden im Trainingsbetrieb des HONSHINKAN e.V. ausschließlich weiße oder schwarze Gürtel getragen. Anfänger (Kyu-Grade) tragen einen einfachen, weißen Gürtel (Obi). Schüler, Meister oder Lehrer (Dan-Grade) tragen grundsätzlich einen einfachen, schwarzen Obi ohne Bestickungen oder Streifen. Auf Veranstaltungen der Fachverbände (Lehrgänge, Prüfungen, Tagungen etc.) gelten selbstverständlich die Bestimmungen des jeweiligen Fachverbandes, insbesondere, was das Tragen von graduierungsentsprechenden Obi betrifft.


Was ist, wenn ich noch jemanden zum Training mitbringen möchte?nach oben

Interessenten und Gäste sind bei uns jederzeit herzlich willkommen und können beim Unterricht zusehen oder auch gern probeweise teilnehmen. Die Erfahrung hat uns allerdings gezeigt, dass ein separates Gespräch (z.B. vor oder nach dem Unterricht) für Fragen und Antworten geeigneter ist. Dann ist auch ausreichend Zeit vorhanden und es steht ein Gesprächspartner zur Verfügung, der sich speziell auf das Gespräch einlassen kann.

Deshalb bitten wir Interessenten, sich vorher bei uns z.B. per E-Mail oder über die Kontaktseite anzumelden.


Wir hoffen, mit unserer Kurzinformation auch Ihre Fragen getroffen zu haben.
Selbstverständlich stehen wir Ihnen für weitere Informationen gern zur Verfügung.

Vielleicht begegnen wir uns ja auch als Vereinsmitglieder wieder. Uns würde es freuen.

Wir wünschen Ihnen noch eine angenehme Zeit und verbleiben mit freundlichen Grüßen

    Horst Radtke und Michael Schmidt
    1. Vorsitzender       2. Vorsitzender


Produktbeispiele für Kampfsportanzüge gemäß Sportordnung des HONSHINKAN e.V.